Naturschutz hat Geschichte!

Seit fast zweihundert Jahren engagieren sich in Deutschland Personen, Gruppen, Verbände und Institutionen für den Schutz der Natur.

Der geschichtliche Bogen reicht von naturwissenschaftlichen Gesellschaften, die sich im 19. Jahrhundert auch Fragen des Schutzes der Natur zuwandten, über die Vereine und Verbände des Natur- und Heimatschutzes, die sich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert überall in Deutschland gründeten, bis zu den Diskussionen der Gegenwart um internationale Netzwerke, Erhaltung der Biodiversität und nachhaltiges Nutzen.

Dabei war Naturschutz kein historisches Randphänomen. Naturschutz war eine zum Teil höchst erfolgreich agierende gesellschaftliche Gegen-Bewegung zur industriell geprägten Moderne. Dem ehrenamtlichen und beruflichen Engagement unzähliger Naturschützerinnen und Naturschützer ist es zu verdanken, dass heute eine ökologische Entwicklung der Industriegesellschaft ohne Naturschutz nicht mehr vorstellbar ist.

Die Stiftung Naturschutzgeschichte will die Geschichte der sozialen Bewegung Naturschutz lebendig und wirksam erhalten.

In der Vorburg von Schloss Drachenburg ist ein Ort der Erinnerung und Begegnung entstanden. Offen für alle, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Naturschutzes in Deutschland bewegt und bewegen.

Die Stiftung hat sich die Aufgabe gestellt, die Geschichte des Naturschutzes kritisch aufzuarbeiten und das gewonnene historische Wissen für die Probleme der heutigen Gesellschaft nutzbar zu machen.

Zu diesem Zweck betreibt die Stiftung Naturschutzgeschichte ein Archiv, ein Forum und ein Museum.

Aktuelles   Über uns  

Aktuelles

13. Dezember 2017 / Berlin

Herausforderungen der neuen Protestkultur für den Natur- und Umweltschutz

Umfragen zeigen immer wieder, dass Naturschutzanliegen prinzipiell auf eine große Zustimmung treffen. Wenn es allerdings darum geht, größere Naturschutzprojekte zu realisieren, stoßen diese Bestrebungen oft auf Widerspruch und Protest. Traditionell sind hierbei die Konflikte mit anderen Landnutzern. Doch seit einigen Jahren zeigt sich ein neues Phänomen: Teile der Bevölkerung, die ökonomisch nicht unmittelbar von Naturschutzmaßnahmen betroffen sind, erheben vehement und lautstark Protest. Dies zeigte sich beispielsweise bei der Einrichtung des Nationalparks Schwarzwald 2013 bis 2015, aber auch schon beim letztlich gescheiterten Ausweisungsversuch zu einem Nationalpark im Siebengebirge 2006 bis 2009.

In jüngster Zeit erleben wir zudem neue Dimensionen internetgestützter Kampagnen. Sie bieten den Gegnerinnen und Gegnern des Naturschutzes ganz neue Möglichkeiten der Diffamierung, wovon Fake News zum Thema Wolf ein beredtes Beispiel geben. Andererseits eröffnen sie aber auch dem Naturschutz neue Formen und Chancen der Mobilisierung. Den neuen Phänomenen wird sich der Naturschutz in Zukunft stellen müssen. Die Stiftung Naturschutzgeschichte und der Deutsche Naturschutzring laden Sie deshalb zu einer von der Deutschen Bundesstiftung (DBU) geförderten Tagung nach Berlin ein. Wir möchten dort mit Ihnen über diese neuen Phänomene diskutieren und nach ersten Lösungsansätzen suchen.

Historischer Ort

Die Stiftung Naturschutzgeschichte hat ihren Sitz am Drachenfels bei Königswinter sehr bewusst gewählt. Ihr Domizil auf dem Ensemble von Schloss Drachenburg liegt inmitten des faktisch ältesten Naturschutzgebiets Deutschlands. Bereits 1836 wurde der Drachenfels vom preußischen Staat vor der Zerstörung durch Steinbrüche gerettet.

Der Drachenfels und das Siebengebirge sind somit bedeutende Keimzellen für den deutschen Naturschutz. Viele Entwicklungen der Naturschutzgeschichte spiegeln sich hier wider: Von den ersten Schutzmaßnahmen des Staates, über die Formierung bürgerschaftlicher Schutzbemühungen und Proteste, die formalrechtliche Ausweisung zum Naturschutzgebiet, die Einrichtung eines Naturparks bis hin zu Versuchen, das Siebengebirge zum Nationalpark zu erheben.

mehr

Förderverein

1989 gründete sich der Verein „Archiv und Museum zur Geschichte des Naturschutzes“. Unter seiner Federführung entstanden erste konzeptionelle Überlegungen zur Gründung der Stiftung Archiv, Forum und Museum zur Geschichte des Naturschutzes in Deutschland.

Nach der Gründung der Stiftung am 5. Dezember 1996 verlagerte der Verein sein Aufgabenfeld. Er unterstützt seither die Arbeit der Stiftung Naturschutzgeschichte, wirbt für sie in der Öffentlichkeit und hilft mit, Vor- und Nachlässe ehren- und hauptamtlicher Naturschützerinnen und Naturschützer einzuwerben.

mehr